Bio

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      Bio-Weine - Die Zukunft des Weins?

      Die Wahrnehmung von Bio-Wein hat sich im letzten Jahrzehnt massiv verändert - raus aus der Öko-Nische hin zum Massenphänomen.

      Gerade in der Anfangszeit der ökologischen Bewegungen waren die meisten Bio-Weine zugegebenermaßen qualitativ nicht übermäßig hochwertig. Sie wurden ausschließlich in Bio-Läden verkauft und nur von einigen überzeugten Idealisten konsumiert. Heute sind unter den Bio-Weinen zahlreiche Spitzenweine. Diese bilden eine feste Marktgröße mit breiter Akzeptanz in der Bevölkerung. Wir wollen euch im Folgenden erklären, was genau Bio-Weine eigentlich sind und wann die Bezeichnung Bio auch wirklich auf die Weinflasche kommen darf.

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      Was ist biologischer Weinbau?

      Biologischer Weinbau ist eine Produktionsform zur Herstellung von Wein auf der Grundlage möglichst naturschonender Bearbeitungsmaßnahmen hinsichtlich Bodenbearbeitung, Düngung und Pflanzenschutz. Die Umsetzung erster ökologischer Weinbau-Konzepte begann in den 1960er-Jahren. Ab 1980 wurde der Bio-Weinanbau dann immer mehr von Anbauverbänden wie Bioland, Ecovin, Naturland oder Demeter strukturiert und von ihren unterschiedlichen Anbauregeln geprägt. Seit den neunziger Jahren existieren einheitliche, grundlegende Standards sowie europaweit gültige Vorschriften für Bio-Weine, die unter anderem die Verwendung von ökologischen Pflanzenschutz- und Düngemitteln vorgeben und regelmäßige Kontrollen der Weingüter festlegen.

      Wie arbeiten biologisch ausgerichtete Betriebe?

      Der Unterschied zum konventionellen Weinbau liegt insbesondere in der Bearbeitung der Weinberge, beziehungsweise in den Pflegemaßnahmen der Rebstöcke. Ziel ist es, ein ausbalanciertes Ökosystem mit Artenvielfalt, gesunden Böden und vitalen Pflanzen im Weinberg zu erhalten. Dies muss ohne den Einsatz chemisch-synthetischer Substanzen erfolgen, um die Belastung für Mensch und Umwelt möglichst gering zu halten, das heißt rückstandsfreie Weine zu erzeugen und Böden und Pflanzen nicht zu schädigen. Unkraut im Weinberg wird ausschließlich mechanisch entfernt. Zur Düngung der Weinberge kommen keine Mineraldünger zum Einsatz, sondern nur Humus, Kompost oder andere organische Nährstofflieferanten. Für den Pflanzenschutz werden Backpulver, Schwefel und Kupfer gegen den echten und falschen Mehltau eingesetzt. Zusätzlich versucht man, mit natürlichen Pflanzenstärkungsmitteln die Widerstandsfähigkeit der Reben zu erhöhen. Um das Bodenleben und die Artenvielfalt in den „Bio“-Weinbergen so aktiv wie möglich zu gestalten, werden alle ökologisch bewirtschafteten Weinberge zwischen den Rebzeilen mit verschiedensten Pflanzen begrünt. In Deutschland werden mittlerweile rund acht Prozent (8.000 Hektar) der Gesamtrebfläche ökologisch bewirtschaftet

      Bio-Weine – ein stetig wachsender Trend

      Vor einigen Jahren lag der Marktanteil von Bio-Wein in Deutschland lediglich bei unter einem Prozent. Im Jahr 2015 hatten die Bio-Weine bereits 5 Prozent des Marktes erobert und für 2018 wird der Marktanteil bereits auf acht Prozent geschätzt.
      Auch in der übrigen Welt nimmt der Anteil der Bio-Weine stetig zu und umfasst mittlerweile schon vier Prozent des gesamten, globalen Weinmarktes. Immer mehr Weingüter auf allen Kontinenten arbeiten nach den Regeln des organischen Landbaus und die Tendenz ist weiter stark steigend. Weltweit führend ist Spanien mit gut 80.000 Hektar Bio-Weinbaufläche, es folgen Frankreich mit über 60.000 Hektar und Italien mit mehr als 50.000 Hektar.

      Dass gerade Spanien, Italien und Frankreich in punkto Bio-Anbau in jüngster Zeit so stark gewachsen sind, liegt an den klimatisch günstigen Bedingungen mit geringen Niederschlägen und trockenen Winden, die vielen Fäulnis-Krankheiten erst gar keine Grundlage bieten. Dass aber nicht nur das Klima relevant, sondern auch aufwändige Weinbergsarbeit ein wesentlicher Faktor ist, verdeutlicht Österreich mit der weltweit höchsten Bio-Quote prozentual im Verhältnis zur gesamten Anbaufläche des Landes. Aktuell liegen noch knapp neunzig Prozent der weltweit zertifizierten Bio-Weinbaufläche in Europa, aber auch in der neuen Welt ist der Trend zur ökologischen Produktion deutlich erkennbar.

      Die Bio-Vorreiterrolle der Toperzeuger

      Internationale Spitzenerzeuger wie Chateau Pontet-Canet, Clos Mogador, Planeta oder Chateau Beaucastel, die mit leuchtendem Beispiel vorangehen und aus Überzeugung schon seit langer Zeit ökologisch arbeiten, haben große Bedeutung für die Bio-Weinszene. Sie produzieren monumentale Bio-Weine, von Kritikern euphorisch bewertet und von Weingenießern hoch verehrt. Auf diese Weise animieren sie auch andere Winzer dazu, ihrem Beispiel zu folgen und die drei Jahre dauernde Umstellung von konventionellem zu biologisch zertifiziertem Weinbau auf sich zu nehmen. Auch deutsche Spitzenproduzenten wie Wittmann, St.Antony oder Schnaitmann fungieren als Zugpferde und entwickeln eine Sogwirkung für ihre Winzerkollegen. Mit ihren grandiosen Weinen verdeutlichen sie, dass biologische Maßnahmen nicht nur Ausdruck ideologischer Überzeugung sind, sondern dass ihre Weine vor allem deswegen eine so wunderbare Balance besitzen und ihr Terroir so perfekt ausdrücken, weil sie in gesunden Weinbergen entstehen, in denen man auch wieder Gräser, Kräuter, Bienen und Schmetterlinge findet.

       

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