Weißburgunder – der feine Allrounder

      Weißburgunder ist eine weit verbreitete weiße Rebsorte, die zur Familie der Burgunder gezählt wird und somit zu den absoluten Klassikern unter den europäischen Varietäten gehört. Als Heimat der Pinotsorten wird das Gebiet zwischen dem Genfer See in der Schweiz und dem Rhônetal in Frankreich vermutet; namentlich bekannt ist der Weißburgunder schon seit dem 14. Jahrhundert. Im italienischen Südtirol ist die Rebsorte als Pinot Bianco sehr populär, in der Steiermark und im Elsass nennt man ihn Clevner, im übrigen Frankreich kennt man ihn als Pinot Blanc.

      So vielfältig die Namensgebung ist, so verbreitet ist auch der Anbau des Weißburgunders. Während im namensgebenden Burgund heute nahezu kein weißer Burgunder mehr kultiviert wird, da fast überall der mit Weißburgunder eng verwandten Chardonnay-Traube wegen deren geringerer Fäulnisanfälligkeit der Vorzug gegeben wurde, erfreut sich die Sorte in anderen Weinbaugebieten seit Jahren wachsender Beliebtheit. Weißburgunder ist mittlerweile nicht nur in Europa weit verbreitet, auch in mehr als zwanzig anderen Ländern rund um den Globus wird er angebaut – selbst in Kanada, Neuseeland und Uruquay ist er bekannt. Die weltweit umfangreichste Weißburgunder-Rebfläche besitzt Deutschland, wo sich der Anbau innerhalb des letzten Jahrzehnts verdoppelt hat. Aktuell sind hier ungefähr 5.300 Hektar mit Weißburgunder bepflanzt, was etwa fünf Prozent der gesamten deutschen Anbaufläche entspricht.

      Neben einer breiten Basis animierender Alltagsweine aus Weißburgunder gibt es eine Reihe guter Reserve-Weine, häufig auch mit Holzfassausbau. Die Spitze der deutschen Weißburgunder verkörpern Große Gewächse, deren Trauben selektiv von Hand geerntet werden und aus klassifizierten Spitzenlagen stammen. Diese Weißburgunder zeichnen sich durch ausgeprägte Mineralität sowie eine hochelegante Frucht-Säure-Balance aus und können qualitativ durchaus auf Augenhöhe mit feinen Weißweinen aus dem Burgund sein.

      Das Aroma von Weißburgunder ist angenehm fruchtig und kann neben Noten von Äpfeln, Birnen, Aprikosen und Zitrusfrüchten auch Aromen von grünen Nüssen oder gerösteten Haselnüssen aufweisen. Die Säure des Weißburgunders ist relativ mild, aber trotzdem lebendig und bildet ein ideales Gegengewicht zum fein fruchtigen Charakter der Rebsorte.

      Elegante, trockene Weißburgunder sind für vielerlei Anlässe geeignet: vom unkomplizierten Terrassenwein oder Aperitif bis zum komplexen Menüwein. Als zart aromatischer Essensbegleiter ist Weißburgunder fast universell einsetzbar und bestens geeignet zu Aufläufen, Pasta, Risotto, Fisch oder Geflügel. Spät gelesene, extraktreiche Weißburgunderweine mit Holzfass-Ausbau besitzen  meist eine cremigere Textur, sind gehaltvoller und körperreicher. Damit passen sie hervorragend zu Hummer oder Wolfsbarsch vom Grill sowie sogar zu kräftigeren Fleischgerichten, beispielsweise zum traditionellen italienischen Schmorgericht Ossobuco.