Wein, Winzerinnen, Weltfrauentag

Wie jedes Jahr wird am 8. März der Weltfrauentag gefeiert, um für die Rechte und die Selbstbestimmung des weiblichen Geschlechts einzustehen. Eine wunderbare Gelegenheit, den Blick auf Frauen zu richten, die unsere heutige Weinwelt nachhaltig prägen. Denn längst sind Winzerinnen nicht mehr die Ausnahme, sondern setzen mit ihrem Wissen, ihrer Intuition und ihrem Gespür für Terroir unverwechselbare Akzente.

Ob Caroline Diel im Rheingau, Cathérine Papon-Nouvel in Saint-Émilion oder Laura Catena in Mendoza – die Weine dieser Winzerinnen tragen eine sehr individuelle Handschrift, die von Präzision, Eleganz und Tiefgang geprägt ist. Doch ihr Einfluss reicht weit über das Produkt hinaus: Sie gestalten die Zukunft des Weinbaus mit, sei es durch nachhaltige Anbaumethoden, biodynamische Konzepte oder neue Wege in der Vinifikation. Der Weltfrauentag erinnert uns also auch daran, wie sehr Vielfalt und Perspektivenreichtum den Weinbau und damit unseren Genuss bereichern – und dass es sich deshalb lohnt, genau hinzuschmecken, wenn Frauen ihre Visionen in die Flasche bringen. Carpe diem: Wir wollen die Gelegenheit und diesen Tag nutzen, um einige großartigen Weine und die Winzerinnen dahinter vorzustellen.

  • Chiara Lungarotti & Teresa Severini

    Das Weingut Lungarotti zählt seit vielen Jahrzehnten zu den besten Weingütern Italiens. In den 1950er-Jahren verwandelte Giorgio Lungarotti, Pionier der modernen Önologie, den landwirtschaftlichen Familienbetrieb in ein visionäres Weingut. Seine ikonischen Weine erlangten früh Anerkennung und etablierten das Gebiet Torgiano als erste DOC-Appellation Umbriens.

Seit 1999 tragen Giorgios Töchter Chiara Lungarotti und Teresa Severini die Verantwortung für Rebberge und Keller, und haben maßgeblich zur Weiterentwicklung des Weinguts beigetragen. Chiara, die ausgebildete Agrarwissenschaftlerin mit Schwerpunkt Weinbau ist, setzt auf stetige Innovation im Einklang mit der Tradition, kombiniert modernstes Knowhow mit alten Kulturtechniken. Ihre Schwester Teresa, eine der ersten Önologinnen Italiens, hat sich insbesondere durch die systematische Qualitätssteigerung und die internationalen Positionierung der Weine verdient gemacht. Daneben ist sie in verschiedenen weinwirtschaftlichen Organisationen aktiv und engagiert sich für die Förderung der umbrischen Weinbaukultur.

  • Penny Streeter

    Penny Streeters Weingut Benguela Cove liegt am Rand des Anbaubereiches Walker Bay – in jener Region, in der auch weltbekannte Spitzenweingüter wie Hamilton Russell und Bouchard Finlayson zuhause sind.

Nur etwa eine Stunde Fahrt von Kapstadt, befindet sich das Anwesen in der Küstenstadt Hermanus an einer Lagune des Atlantischen Ozeans, eingerahmt von majestätischen Bergen und ausgestattet mit einem herrlichen Panoramablick auf das Meer. Die Weine bilden diese besonderen Terroir-Bedingungen in ihrem Geschmack auf wunderbare Weise ab. Stilistisch steht bei Benguela Cove immer die präzise Herausarbeitung der typischen Sortenaromatik mit fruchtiger Eleganz und knackiger Frische im Mittelpunkt, sodass Weine entstehen, die mit ihrer Intensität, Lebendigkeit und Ausgewogenheit den Charakter der einzigartigen Weinlagune im Geschmack zum Ausdruck bringen.

  • Frédérique Vayron

    Seit 2008 ist Frédérique Vayron für Château Bourgneuf verantwortlich. Gemeinsam mit ihrer Mutter Dominique arbeitet sie leidenschaftlich in ihrem nur neun Hektar kleinen Familienbetrieb daran, die Magie des privilegierten Terroirs von Pomerol in jedem einzelnen Jahrgang einzufangen.

Die ökologische Bewirtschaftung ist Frédérique Vayron dabei sehr wichtig, um die Identität der Böden, des Mikroklimas und der Rebsorten in ihren Weinen zu offenbaren. Insbesondere Merlot, der auf Lehm-Kies-Böden hervorragend gedeiht, spielt bei Château Bourgneuf eine elementare Rolle, denn diese Rebsorte verleiht den Weinen Tiefgründigkeit und eine seidige Textur. Damit die delikate Frucht in ihrer Intensität und Lebendigkeit perfekt erhalten bleibt, setzt Frédérique auf eine schonende Vinifikation mit sanfter Extraktion, um Weine im typischen Bourgneuf-Stil zu erhalten, die sich in ihrer Jugend durch Aromen von schwarzen Beeren sowie blumig-florale Aromen auszeichnen, während sie mit zunehmendem Alter komplexe Nuancen Aromen von schwarzem Trüffel und Unterholz entwickeln.

  • Laura Catena

    Laura Catena ist Managing Director der Bodega Catena Zapata und Tochter des Visionärs Nicolás Catena. Sie führt den Familienbetrieb heute bereits in der vierten beziehungsweise fünften Generation. Das britische Magazin The Drinks Business hat Laura als «Woman of the Year 2022» auserkoren.

Unter ihrer Führung werden absolute Spitzenweine produziert: Südamerikanische Wein-Ikonen, deren Qualitätsanspruch es ist, mit den weltweit besten Weinen auf einem Level zu liegen. Und das gelingt auf beeindruckende Art und Weise – nicht umsonst wurde das Weingut Catena bereits mehrmals in das Ranking der 100 wichtigsten Weingüter der Welt aufgenommen und die Weine von den bedeutendsten Weinkritikern der Welt für ihr herausragendes Preis-Leistungs-Verhältnis überschwänglich gelobt.

  • Andrea Wirsching

    In Iphofen, an den Ausläufern des Steigerwaldes, liegt der mehr als 380 Jahre alte Traditionsbetrieb der Familie Wirsching, der sich als Mitglied des VDP zu den 200 besten Gütern Deutschlands zählen darf.

Der fränkische Klassiker Silvaner spielt bei Wirsching die unumstrittene Hauptrolle: Kein anderer Wein spiegelt die kargen Keuperböden so deutlich wider, drückt die Seele der Region im Geschmack so klar aus – mit einer kühlen, fast schwebenden Eleganz. Doch auch Riesling, Scheurebe und einige Burgunderreben gedeihen in den Weinbergen der Familie prächtig. In 14. Generation leitet Andrea Wirsching das renommierte Familiengut und gehört zu den prägenden Persönlichkeiten des fränkischen Weinbaus. Unter ihrer Führung hat sich das Gut als eine der absoluten Top-Adressen des Landes etabliert. Zudem engagiert sie sich aktiv in weinwirtschaftlichen Gremien und ist eine Botschafterin für fränkischen Wein auf nationaler wie auf internationaler Ebene.