Die richtige Temperatur macht's aus!

        Von Simone Friederich – Die Trinktemperatur des Weins spielt keine Rolle. Falsch gedacht! Ob Ihr Wein zu kalt oder zu warm getrunken wird, hat einen enormen Einfluss auf das Genusserlebnis.

        Worauf sollte man achten?

        Der häufigste Fehler diesbezüglich ist, Weißwein zu kalt oder Rotwein zu warm zu servieren. Für Rotweine gelten in etwa 16°C bis 18°C als Idealtemperatur. Wird der Wein wärmer ausgeschenkt, riecht man nur Alkohol – denn Alkohol verfliegt mit steigender Temperatur. Die Frucht wird in diesem Fall nicht mehr wahrgenommen. Wir empfehlen junge, fruchtige Rotweine eher bei 16°C zu trinken, vollmundige und reiche Weine bei 18°C.

        Die ausdrucksvolle Frucht und Frische von Weißweinen kommen zwischen 8°C und 10°C am besten zum Ausdruck. Auch hier gibt es einige Faustregeln: Je leichter der Wein ist, desto kühler kann er getrunken werden. Aber Vorsicht – wenn das Glas beschlägt, ist der Wein sicherlich zu kalt. Denn dann kann der Alkohol, welcher Aromen und Geschmack transportiert, nicht entweichen. Vollmundige Weine dürfen etwas wärmer getrunken werden. Spätlesen oder Smaragde sogar bis zu 12°C, noch üppigere Weine bis zu 14°C. So kommen Fülle und Feinheit am besten zur Geltung.

        Vom Chambieren und Frappieren

        Der Wein hat die falsche Temperatur und muss in kurzer Zeit richtig temperiert werden - was jetzt? Chambieren beziehungsweise Frappieren heisst das Lösungswort.

        Wenn ein kühler Wein langsam an die Umgebungstemperatur angepasst werden muss, dann spricht man vom Chambieren. Hier kann nachgeholfen werden, indem die Weinflasche kurz in ein warmes Wasserbad gelegt wird.

        Der umgekehrte Prozess wird Frappieren genannt. Einen Wein schnell runterzukühlen ist nur mit "Schocktherapie" möglich: Entweder man stellt den Wein in einen Eiskübel oder legt ihn ins Eisfach. Beachten Sie aber, dass das dem Wein schaden kann. Besser genug früh langsam runterkühlen.

        Quelle: Priewe, Jens (2004): Kleine Weinschule. Alles, was man über Wein wissen sollte. (S. 106-107). 

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